| Der Grundabgabenbescheid der Stadt Wuppertal für das Jahr 2005 liegt nun vor. Nach Angaben der Stadt steigen die Gesamtkosten von 87.516.928 EUR auf 91.948.251 EUR. Dies entspricht einer Kostensteigerung von etwa 5%.
Die Argumentation im Einzelnen ist lesenswert. So steigt die Schmutzwassergebühr von 2,2310 EUR pro m3 auf 2,3112 EUR, ein Anstieg von 3,6%. Sehr moderat denkt man. Die Begründung zeigt dann die Details – die Wuppertaler Bürger haben weniger Wasser verbraucht, somit Wasser eingespart, zahlen aber nun mehr, da die niedrigere Verbrauchsmenge zu höheren Gebührensätzen führt. Der Grund ist, dass man das Kanalnetz natürlich nicht beliebig verkleinern kann, und nach dem Cross-Border Deal auch nicht an die neuen Gegebenheiten anpassen darf. Somit leben wir nun mit der skurrilen Situation, dass, wenn wir mehr Wasser verbrauchen, es billiger wird, und teuerer, wenn wir sparen. Ökologisch ist dies nun wenig motivierend, politisch die Absage an jegliche Logik einer vernünftigen Stadtpolitik. Beim Thema Regenwasser zeigt sich schon deutlicher die 33%ige Beteiligung von RWE/Cegedel, die Erhöhung der Jahresgebühren beträgt hier 10,1%, von 1,7038 auf 1,8822 EUR je m² bebauter Fläche - in Form des an die WSW AG zu entrichtenden gestiegenen Entgelts für die Wahrnehmung der Stadtentwässerung. Dabei haben wir bisher noch Glück gehabt, da sich nur eine 33%ige Fremdbeteiligung an der WSW AG hat umsetzen lassen. Die Berliner Wasserwerke wurden wegen akuter Finanznot zu 50% privatisiert, was sich in den ersten Jahren mit 15% Kostensteigerung für den Verbraucher bemerkbar machte, in den Folgejahren mit 30%. Der Status Quo lässt sich damit sehr nett hochrechnen – 33% macht 10,1 %, wie viel macht 49,9%? Richtig, eine Kostensteigerung von 15,27% - Da liegen wir ja dann wieder richtig! Was hat Harry Roels als RWE-Chef dazu in der Financial Times gesagt:
Seine strengen Ertragsmaßstäbe für Firmenkäufe werde RWE beibehalten. Jede Akquisition müsse im ersten Jahr zur Steigerung des Gewinns vor Firmenwertabschreibungen beitragen und in den ersten zwei bis drei Jahren zur Verbesserung der Kapitalrendite. Wir liegen in Wuppertal auf dem „richtigen“ Weg.
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