Die Kanalisation in Wuppertal


Das Abwassersystem der Stadt Wuppertal wurde 2002 für 400 Mio. $ an den „Investor“ First Union durch Vermittlung von Babcocks&B verleast.

Wer Details zum Investor First Union in den Verhandlungsjahren erfahren möchte, sollte diesem Link folgen. Hier heißt es:
Merrill Lynch analysts downgraded First Union's stocks to "near-term accumulate" from a "near-term buy" rating after Monday's announcement.
Die Finanzsituation der Großbank ist somit alles andere als rosig - vielleicht auch deshalb gibt es diese Bank unter diesem Namen nicht mehr, den es heißt nun bei Aufruf der Internetseite www.firstunion.com - Welcome to Wachovia

Über den Vermittler Babcocks&B als Arrangeur wurde schon berichtet, dies ist ein amerikanischer Ableger der Hypovereinsbank.

Die Stadt hat aus diesem Geschäft einen Barwertvorteil von EUR 18.097.843,50 erhalten. Dieser ist zunächst in eine Rückstellung geflossen und ein Teil im Dezember 2003 mit insgesamt 4 Millionen Euro in die Gebührenentlastung 2003 für Schmutzwasser und Regenwasser geflossen. Eine weitere Million soll im Dezember 2004 in die Gebührenberechnung einfließen. Die Details finden Sie hier.

Des Rest des Barwertvorteiles ist offensichtlich nach einer Pressemitteilung des Generalanzeigers vom Freitag, dem 07.05.2004 zur Vermeidung der Nachschusspflicht der Stadt Wuppertal für die Stadtwerke im Zuge der regionalen Streitigkeiten mit dem Land an die WSW überwiesen worden. Die Antwort, in welcher Form dieser Teil der Mittel in die Bilanz der WSW eingestellt wurde, steht von Herrn Dr. Slawig immer noch aus. Das Steueramt dementiert diese Meldung ausdrücklich, demnach sind die 15 Mio. Euro weiterhin in einer Rückstellung eingestellt. Auch unser Antrag auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes wird in diesem Fall abgelehnt.

Die Gebührenberechnung wurde dann, wie hier dokumentiert, vorgenommen. Dabei wurden 18,533 Millionen Euro Abschreibungen auf städtische, der WSW AG beigestellte Anlagen berücksichtigt und zeitgleich eine ökologische Neuberechnung der Regenwassergebühren berücksichtigt.

Dies war der Anlaß für unseren Widerspruch.

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Ein Lehrstück zur globalen Enteignung der Städte  

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Rügemer schildert Entstehung und Struktur dieses Finanzprodukts der "New Economy" in den USA, seine Verwandtschaft mit anderen Formen öffentlicher Enteignung, das Ausmaß in den wichtigsten europäischen Staaten sowie die Arbeitsmethoden der Leasingbranche. Erst durch Rundfunksendungen des Autors wurde "Cross Border Leasing" seit 2002 hierzulande zu einem öffentlichen Thema. Inzwischen haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gebildet, zwei Bürgerentscheide waren erfolgreich.

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€ 19,90
ISBN : 3-89691-568-1

Erschienen: April 2004

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